{"id":177,"date":"2014-08-23T20:13:26","date_gmt":"2014-08-23T18:13:26","guid":{"rendered":"http:\/\/hans.hamami.de\/?page_id=177"},"modified":"2016-07-21T17:37:45","modified_gmt":"2016-07-21T15:37:45","slug":"mein-freund-artur","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hamami.de\/?page_id=177","title":{"rendered":"Mein Freund Artur"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/artur.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-178\" src=\"http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/artur.jpg\" alt=\"artur\" width=\"146\" height=\"201\" \/><\/a>Heimatdichter Artur Linke<\/strong> wurde im Jahre 1923 in Bautzen in Sachsen <a href=\"http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Linke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-183\" src=\"http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Linke.jpg\" alt=\"Linke\" width=\"107\" height=\"180\" \/><\/a>geboren.<\/p>\n<p>Das Kriegsende verschlug ihn nach K\u00f6nigstein in der Oberpfalz. Durch seine Naturverbundenheit und reiche Beobachtungsgabe und seinen tiefen Glauben an Gott fand er immer wieder neue Impulse f\u00fcr seine Gedichte. Viele davon sind in dem kleinen B\u00e4ndchen \u201cVon Wegfahrt und Heimat\u201d (vergriffen) zu finden. Der Landwirt fasste seine Verse h\u00e4ufig bei der Arbeit auf dem Feld. Herausgekommen sind feine, kleine Texte, die sich mit den einfachen Dingen des Lebens befassen und wie diese mit dem gro\u00dfen Ganzen verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n<p>\u201cSeine gro\u00dfen H\u00e4nde geben Geborgenheit\u201d, sagte meine Tochter Annette anl\u00e4sslich seiner Beerdigung. \u201cUnd die wetteifern mit der Gr\u00f6\u00dfe seines Herzens\u201d, sagt mein Sohn Michael.<\/p>\n<pre><strong>Verstorben am 04. September 2008\r\n<\/strong><\/pre>\n<p><em>Darum, ihr Menschen lasst euch sagen,<br \/>\nauf Erden sollt ihr euch vertragen.<br \/>\nBedenkt, wie kurz ist doch die Zeit,<br \/>\ndie ihr auf Erd\u00b4 beisammen seid.<br \/>\nWenn die Lebensuhr bleibt stehn,<br \/>\ndann hei\u00dft es auseinander geh\u00b4n!<\/em><\/p>\n<pre><strong><strong>(Schlussvers aus seinem Gedicht \u201cZwei Uhren\u201d)<\/strong><\/strong><\/pre>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\nArtur Linke tr\u00e4gt sein <em>Heimatland<\/em> vor.<br \/>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-177-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/LinkeHeimatland_64.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/LinkeHeimatland_64.mp3\">http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/LinkeHeimatland_64.mp3<\/a><\/audio><br \/>\n<strong>Gedicht <em>&#8222;2 Uhren&#8220;<\/em><\/strong><br \/>\n<div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\">Die erste Uhr, wer kennt sie nicht,<br \/>\nsie kommt uns t\u00e4glich zu Gesicht,<br \/>\nsie tickt und regt sich immerzu,<br \/>\nder Anker hat nicht Rast noch Ruh.<\/p>\n<p>Wir finden sie in jeder Stube &#8211;<br \/>\nf\u00e4hrt mit dem Bergmann in die Grube,<br \/>\nwird mit dem Kind zur Schule gehn,<br \/>\nist auf dem Kirchturm auch zu sehn.<\/p>\n<p>Sie ist bekannt doch weit und breit,<br \/>\nzeigt allen an die weltlich Zeit.<br \/>\nUnd bleibt sie ausnahmsweise stehn,<br \/>\nzieht man sie auf; dann wird sie gehn.<\/p>\n<p>Die zweite Uhr wird nun genannt:<br \/>\nals Lebensuhr ist sie bekannt.<br \/>\nDoch niemand hat sie je gesehn &#8211;<br \/>\nund kein Mensch kann an dieser drehn.<\/p>\n<p>Der Herr, der \u00fcber allem steht,<br \/>\nund sie in seiner Allmacht dreht:<br \/>\nEr h\u00e4lt sie an, wenn er es will &#8211;<br \/>\ndann wird es um uns Menschen still.<\/p>\n<p>Legen wir die schwachen Glieder<br \/>\neinst zur letzten Ruhe nieder,<br \/>\nwird\u00b4s um uns ganz \u00f6d und leer,<br \/>\ndann geht die Lebensuhr nicht mehr.<\/p>\n<p>Darum, ihr Menschen lasst euch sagen,<br \/>\nauf Erden sollt ihr euch vertragen.<br \/>\nBedenkt, wie kurz ist doch die Zeit,<br \/>\ndie ihr auf Erd\u00b4 beisammen seid.<\/p>\n<p>Wenn die Lebensuhr bleibt stehn,<br \/>\ndann hei\u00dft es auseinander geh\u00b4n!<br \/>\n<\/div>\n\t\t\t<\/div><br \/>\n<strong>Gedicht <em>&#8222;Die Jahreszeiten&#8220;<\/em><\/strong><br \/>\n<div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"><br \/>\nSchneegl\u00f6ckchen hinter dem Zaun versteckt<br \/>\nhaben die Bl\u00fcten ausgestreckt;<br \/>\nzaghaft noch, zierlich fein,<br \/>\nFr\u00fchlingsboten wollen sie sein.Alles wird mit einemmal<br \/>\naufgeweckt vom Sonnenstrahl;<br \/>\nV\u00f6gel kommen angeflogen,<br \/>\nvon weither \u00fcbers Meer gezogen.<br \/>\nWiesen werden wieder gr\u00fcn<br \/>\nund am Bach die Veilchen bl\u00fchn;<br \/>\naus dem gr\u00fcnen Bl\u00e4tterwald<br \/>\nlaut des Kuckucks Ruf erschallt.<br \/>\nB\u00e4ume stehn in Bl\u00fctenpracht<br \/>\ndie Natur ist aufgewacht.<br \/>\nDie Sonne geht nun weite Bogen,<br \/>\nSommer kommt ins Land gezogen.<br \/>\nFr\u00fcchte reifen an den Zweigen,<br \/>\ndie sich fast zur Erde neigen.<br \/>\n\u00c4hren werden gelb und schwer,<br \/>\nSchnitter kommen schon daher;<br \/>\n\u00fcber das Feld rollen die W\u00e4gen<br \/>\nbringen heim den Erntesegen.<br \/>\nLandmann pfl\u00fcgt die Stoppelfelder,<br \/>\nlangsam f\u00e4rben sich die W\u00e4lder;<br \/>\nV\u00f6gel ziehen ihre Kreise,<br \/>\nsammeln sich zur weiten Reise<br \/>\nStill wird\u2019s dann im Buchenhain,<br \/>\nSommer wird bald nicht mehr sein.<br \/>\nEs kommt der Herbst mit Sturmesbrausen,<br \/>\nl\u00e4\u00dft Bl\u00e4tter durch die L\u00fcfte<br \/>\nsausen.<br \/>\nDrunt\u2019 im Tal und \u00fcber\u2019m Weiher<br \/>\nh\u00e4ngt ein dichter Nebelschleier.<br \/>\nJ\u00e4ger gehen auf die Pirsch<br \/>\nund im Geh\u00f6lz da r\u00f6hrt der Hirsch.<br \/>\nFrost zerst\u00f6rt in einer Nacht<br \/>\nder G\u00e4rten bunte Bl\u00fctenpracht.<br \/>\nHerbst hat Abschied dann genommen,<br \/>\nWinter ist daf\u00fcr gekommen<br \/>\nDie Sonne hat sich fast versteckt,<br \/>\nErde ist mit Schnee bedeckt;<br \/>\nFluren werden starr und steif,<br \/>\nan Busch und Zaun gl\u00e4nzet der Reif.<br \/>\nDer Specht, der klopft am hohlen Baum,<br \/>\nalles sucht den warmen Raum.<br \/>\nMenschen fragen sich auf Erden,<br \/>\nwird es wieder Fr\u00fchling werden?<br \/>\nHoffnungsschimmer bleibt erhalten<br \/>\nf\u00fcr die Jungen, f\u00fcr die Alten;<br \/>\njeder m\u00f6cht sie wieder schau\u2019n,<br \/>\nSchneegl\u00f6ckchen hinter dem Gartenzaun.<br \/>\nJahreszeiten sind vergangen<br \/>\nMenschenherz, dir braucht nicht bangen;<br \/>\nder Sch\u00f6pfer wird euch stets begleiten<br \/>\nimmer fort durch alle Zeiten.<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heimatdichter Artur Linke wurde im Jahre 1923 in Bautzen in Sachsen geboren. Das Kriegsende verschlug ihn nach K\u00f6nigstein in der Oberpfalz. Durch seine Naturverbundenheit und reiche Beobachtungsgabe und seinen tiefen Glauben an Gott fand er immer wieder neue Impulse f\u00fcr seine Gedichte. 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