{"id":11,"date":"2014-08-23T15:37:41","date_gmt":"2014-08-23T13:37:41","guid":{"rendered":"http:\/\/hans.hamami.de\/?page_id=11"},"modified":"2016-07-21T17:03:32","modified_gmt":"2016-07-21T15:03:32","slug":"das-maerchen-von-der-verlorenen-krone","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hamami.de\/?page_id=11","title":{"rendered":"Das M\u00e4rchen von der verlorenen Krone"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-weight: bold;\"><a href=\"http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/verlkrone_hamami.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-12\" src=\"http:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/verlkrone_hamami-198x300.jpg\" alt=\"verlkrone_hamami\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/verlkrone_hamami-198x300.jpg 198w, https:\/\/www.hamami.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/verlkrone_hamami.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8230; und 13 weitere M\u00e4rchen aus Schlesien.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-weight: bold;\">Wer das gro\u00dfe Gl\u00fcck besitzt<\/span>, in seiner Kindheit in einem Dorf zuhause zu sein, \u00fcber dem, auf hohem Fels erbaut, ein prachtvoller Schloss thront, der kann sich sein ganzes Leben lang der wundersamen Welt der M\u00e4rchen nicht mehr entziehen. Dem Verfasser dieser M\u00e4rchen war es verg\u00f6nnt, im Polsnitztal unter dem zauberhaften Schloss F\u00fcrstenstein in der N\u00e4he des Riesengebirges aufzuwachsen. Der geheimnisvolle F\u00fcrstengrund mit dem pechschwarzen Wasser des Hellebachs (in fr\u00fcheren Zeiten H\u00f6llenbach genannt), war f\u00fcr ihn nicht nur Spielplatz, sondern auch Quelle geheimnisvoller Geschichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-weight: bold;\">Als er sp\u00e4ter Leiter eines SOS-Kinderdorfes wurde<\/span>, sp\u00fcrte er, wie wichtig M\u00e4rchen f\u00fcr die Menschen sind, f\u00fcr Kinder und Erwachsene gleicherma\u00dfen. Sehr schnell erkennen alle: was im M\u00e4rchen erz\u00e4hlt wird, das habe ich auch schon erlebt, wenn auch in anderer, zeitgem\u00e4\u00dfer Form.<\/p>\n<p><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"> Leseprobe: Das M\u00e4rchen von der verlorenen Krone<\/p>\n<p>Vor vielen, vielen Jahren lebte einmal ein K\u00f6nig, der hatte zwei S\u00f6hne. Die Gegend, in der sein Schloss stand, war so sch\u00f6n, dass jeder, der dorthin kam, glaubte, ein St\u00fcck des versprochenen Paradieses zu sehen. Vom Kamm des Riesengebirges st\u00fcrzten wilde B\u00e4che \u00fcber hohe Felsw\u00e4nde in die Tiefe. Ihr Rauschen glich einem stimmgewaltigen Chor, ihr Spr\u00fchen reinigte die Luft, gab den B\u00e4umen Kraft und lie\u00df saftige Wiesen auf den Bergh\u00e4ngen gr\u00fcnen. Erst unten im Tal fanden die B\u00e4che zueinander und ruhten sich in einem gro\u00dfen See aus, in dem so viele Fische herumschwammen, dass im ganzen K\u00f6nigreich keine Not herrschte.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig war aber schon alt und in der Stunde, in welcher der Tod seine Hand nach ihm ausstreckte, lie\u00df er seine beiden S\u00f6hne zu sich kommen.<\/p>\n<p>&#8222;Von altersher ist es Sitte, dass der Erstgeborene die Krone des Vaters \u00fcbernimmt. So soll es auch fortan &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Mitten im Satz brach die Stimme des K\u00f6nigs &#8230; und er verschied.<\/p>\n<p>Der \u00e4ltere der S\u00f6hne bedeckte mit seinen H\u00e4nden die Augen des Vaters. In der Brust des J\u00fcngeren aber brodelte die Entt\u00e4uschung. Hatte er nicht den \u00e4lteren Bruder in jeglichem Kampf bezwungen? War er nicht der schnellere Reiter, der bessere S\u00e4belfechter, der treffsichere Bogensch\u00fctze? Hatte nicht bei allen Turnieren der Vater ihm, dem J\u00fcngeren, den Ehrenkranz des Siegers \u00fcberreicht? Sollte er sich jetzt diesem Verlierer unterordnen, nur weil der zwei Jahre fr\u00fcher geboren war.<br \/>\nNein! Das wollte er nicht. So fasste er einen grausamen Plan. Noch in der Trauernacht \u00fcberredete er seinen \u00e4lteren Bruder zu einem n\u00e4chtlichen Spaziergang und stie\u00df ihn dabei \u00fcber eine Felswand hinab in den See. Am n\u00e4chsten Tag erz\u00e4hlte er den Leuten, sein \u00e4lterer Bruder sei in die Welt hinausgeritten, um sich eine Frau zu suchen, die es wert sei, die neue K\u00f6nigin zu werden. Bis zu seiner R\u00fcckkehr habe er ihm, dem J\u00fcngeren, die Krone angetragen.<br \/>\nDiese gr\u00e4\u00dfliche Tat lastete aber schwer auf dem neuen K\u00f6nig. Von Tag zu Tag wurde er misstrauischer gegen alle Untertanen. Er f\u00fcrchtet, es k\u00f6nne jemand trotz der dunklen Nacht den Sturz gesehen haben und diese Nachricht unter dem Volk heimlich verbreiten. Sein Argwohn wurde von Tag zu Tag gr\u00f6\u00dfer. Blickte er aus seinem Fenster und sah zwei oder drei M\u00e4nner miteinander reden, glaubte er gleich an eine Verschw\u00f6rung.<br \/>\nEines Tages h\u00f6rte er Stimmen direkt unter seinem Schlafgemach. Vorsichtig streckte er seinen Kopf aus dem Fenster, um zu lauschen &#8230; da rutschte ihm die Krone vom Kopf und fiel \u00fcber die Felsen hinunter in den See.<br \/>\nENDE DER LESEPROBE<br \/>\n<\/div>\n\t\t\t<\/div><br \/>\nLaumann-Verlag<br \/>\nISBN 978-3-89960-345-3<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; und 13 weitere M\u00e4rchen aus Schlesien. 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